Bericht über die Online-Einführungsveranstaltung eines Veranstaltungszyklus der Überparteilichen Fraueninitiative zum Thema „Wann kommt die geschlechtergerechte Soziale Marktwirtschaft?“ am 14. April 2021, 17.30 – 20.00 h

Vorträge von Prof. Dr. em Friederike Maier und Prof. Dr. Aysel Yollu Tok folgend:

Videoaufzeichnung der gesamten Veranstaltung:

Anmerkung: Am Anfang fehlen ein paar Minuten der Videoaufzeichnung

Einladung

Einladung

Mittwoch, 14.April 2021, 17 – 20 Uhr

Liebe Mitfrauen, liebe Interessierte!

Die Überparteiliche Fraueninitiative Berlin – Stadt der Frauen e.V. lädt ein zur Online-Einführungsveranstaltung eines Veranstaltungszyklus mit dem Titel

Wann kommt die geschlechtergerechte soziale Marktwirtschaft?

Im Mittelpunkt dieser Reihe steht die Frage, inwiefern eine grundsätzliche Neuorien­tie­rungunseres ökonomischen Systems zu mehr Partizipation, Einfluss, Sichtbarkeit und Em­power­ment und damit zu mehr wirtschaftlicher und sozialer Gerechtigkeit von Frauen* in allen Sphären des öffentlichen und privaten Lebens führen kann.

Die Einführungsveranstaltung spannt den Bogen von einem geschlechtersensiblen makroökonomischen Überblick hin zur Darstellung konkreter Instrumente mit Potenzial für marktwirtschaftliche Neuorientierung und Veränderung.

Die wirtschaftswissenschaftlichen Impulsreferate halten:

Prof.in em. Dr. Friederike Maier, HWRBerlin
„Soziale Marktwirtschaft in der Krise“

Prof.inDr. Aysel Yollu-Tok,HWR Berlin, Direktorin HTMI
„Geschlechtergerechtigkeit in der Wirtschafts- und Sozialpolitik

Vertreterinnen von Regierung und Opposition

diskutieren mit dem Online-Plenum:

Derya Çağlar (SPD), Sprecherin für Gleichstellung, Abgeordnetenhaus Berlin

Barbara Baumbach (CDU), Mitglied im Bundesvorstand der Frauen Union der CDU Deutschlands sowie im Landesvorstand der Frauen Unionder CDU Berlin

„Welche der vorgestellten Ansätze und Instrumente sollten/könnten künftig in die parlamentarische Arbeit eingebracht werden?“ 

Über Ihre Teilnahme an der Online-Veranstaltung (Zoom) würden wir uns sehr freuen und bitten Sie, sich bis zum 08.04.2021 unter der folgenden Mailadresse anzumelden:  https://www.berlin-stadtderfrauen.de/anmeldung-zur-online-veranstaltung/

Rechtzeitig vor Beginn erhalten Sie den Teilnahmelink.

Ihre Überparteiliche Fraueninitiative Berlin –Stadt der Frauen e.V.

Carola v. Braun – Sprecherin   

Gedenken an die »Fabrik-Aktion« und den Protest in der Rosenstraße Online-Angebot mit Beiträgen zum Gedenken ab 26.02.21

Wir hoffen sehr, dass vielfach von diesem Angebot Gebrauch gemacht und damit das Gedenken an den Widerstand, der vor allem von Frauen geleistet wurde, wachgehalten wird.

Seit Jahren engagiert sich die Überparteiliche Fraueninitiative im Initiativkreis, der das jährliche Gedenken vorbereitet. Zum ersten Mal kann leider nur ein digitales Gedenken stattfinden.

Hier ist die Einladungskarte mit allen Informationen.

Empfehlung für eine wissenschaftliche Begleitung und Erforschung der Pandemie Corona und ihrer Auswirkungen auf die Metropole Berlin, unter besonderer Berücksichtigung der Auswirkungen auf Frauen und Familien

Als wir uns im Frühjahr mit der Corona-Pandemie und deren geschlechtsspezifischen Auswirkungen konfrontiert sahen, richtete der Vorstand der Überparteilichen Fraueninitiative Berlin – Stadt der Frauen e.V. Anfang Mai 2020 eine dringende Empfehlung an die politisch Verantwortlichen in Berlin, die Krise unter dem Gesichtspunkt besonderer Problemlagen von Frauen im Kontext der gesamtgesellschaftlichen Situation in unserer Metropole wissenschaftlich zu beleuchten.

Vor dem Hintergrund unserer Beobachtung, dass durch Corona das zähe Rin­gen um Geschlechtergerechtigkeit im öffentlichen und im pri­va­ten Raum deutlich wurde, soll­te der genderbezogene Blick auf die Pandemie, so war unser Anliegen, Antworten auf die Frage geben, warum die Krise viele Frauen besonders hart trifftund in welchem Maße die Corona-Maßnahmen geschlechtsspezifisch wirken.

Für die Studie schlugen wir die folgenden inhaltlichen Schwerpunkte vor:

– Care im öffentlichen und privaten Raum: Gesellschaftliche Wertschätzung

– Der Gender-Blick auf die Digitalisierung der Arbeitswelt am Beispiel Homeoffice

– Schutz in besonderen Situationen und Bereichen

Beispiel: Häusliche Gewalt

Beispiel: Sexarbeit

Beispiel: Wohnungs- und Obdachlosigkeit

Ziel unserer Empfehlung war es, aus der Corona-Pandemie für die tatsächliche Durch­setzung der Gleichberechti­gung von Frauen und Männern zu lernen!

Wir bedanken uns bei den Koalitions-Fraktionen im Abgeordnetenhaus, dass sie die Beantragung der wissenschaftlichen Studie unterstützt haben!

Nunmehr wurde das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) mit der Durchführung der Untersuchung beauftragt.
Eine erste Auswertung erfolgt voraussichtlich im März, eine weitere im August 2021.

Sehr sind wir daran interessiert, den Auswertungsprozess zu begleiten, denn gerade in der Umsetzungsphase der Studie halten wir externe Begleitung für sinnvoll: Eine Dialogkultur, die auf Transfer und Rückkopplung von Forschung, Politik und Zivilgesellschaft zielt, erlaubt größten Nutzen für praxisnahe und nachvollziehbare Politik.

Geschlechtergerechtes Handeln im Kontext der Corona-Krise

Anfang Mai 2020 hat sich der Vorstand der Überparteilichen Fraueninitiative Berlin – Stadt der Frauen e.V. mit einer dringenden Empfehlung für eine wissenschaftliche Studie zur Erforschung der Auswirkungen der Pandemie auf Frauen und Familien in Berlin an „die Politik“ gewandt. Wie haben diese dringende Empfehlung an die Vorsitzenden und stellv. Vorsitzenden der Ausschüsse für Bildung, Jugend und Familie, für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, für Integration, Arbeit und Soziales, für Wirtschaft, Energie und Betriebe und für Wissenschaft und Forschung des Berliner Abgeordnetenhauses gesandt, sowie an den Regierenden Bürgermeister, den Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung, an die Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, die Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, die Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales und die Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe. 

Der Empfehlung war ein Begründungspapier für die Notwenigkeit eines genderbezogenen Blicks auf die Pandemie beigefügt.

Wir freuen uns, dass in der Plenarsitzung des Berliner Abgeordnetenhauses am 17.09.20 eine solche Studie beschlossen wurde; das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) hat in Umsetzung dieses Beschlusses bereits mit der Arbeit an der Studie begonnen.

Sie finden hier unser Begründungspapier: „Warum die Krise viele Frauen besonders hart trifft – Ein genderbezogener Blick auf die Pandemie“. 

Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg zur Stellung von Richterinnen im Kontext des Berliner Landesgleichstellungsgesetzes

Als das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg am 17.10.2019 entschied, das Lan­des­gleich­stel­lungs­ge­setz (LGG) gelte nicht für Rich­te­rin­nen, reagierte die Überparteiliche Fraueninitiative Berlin – Stadt der Frauen e.V. mit einer Stellungnahme. Sichtbar wurde eine Gesetzeslücke im Berliner Landesgleichstellungsgesetz (LGG, § 1 [1]).

Am 02.07.2020 erreichte uns ein Schreiben des Justizsenators/ der Justizverwaltung mit der Rückmeldung, dass unserem Anliegen in den letzten Monaten durch Änderungen am Landesgleichstellungsgesetz Rechnung getragen wurde. Demnach sind Richter*innen künftig in den Anwendungsbereich des LGG einbezogen, und die Neuregelungen sehen eine voll umfängliche Vertretung der Interessen der Richterschaft durch Frauen-Vertretungen vor.

Darüber freuen wir uns sehr!

Unsere Stellungnahme vom 03.01.2020 richteten wir an den Senator für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung, Herrn Dr. Dirk Behrendt.

Gleichlautende Schreiben mit der Bitte um Unterstützung erhielten außerdem die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, Frau Staatssekretärin Barbara König, die Fachpolitischen Sprecherinnen für Gleichstellung der Fraktionen SPD, Bündnis 90/Die Grünen, DIE LINKE sowie der Fraktionen CDU, FDP:

„… Die Überparteiliche Fraueninitiative Berlin – Stadt der Frauen e.V. ist besorgt über die OVG-Entscheidung vom 17.10.2019, die auf eine Gesetzeslücke im Berliner Landesgleichstellungsgesetz (LGG, § 1 [1]) hinweist. Demnach vertritt das Gericht folgerichtig die Auffassung, dass das LGG Berlin auf Richter*innen keine Anwendung findet.

Richterinnen unter Berücksichtigung ihrer besonderen Rechtsstellung sind im Sinne dieses Gesetzes nicht dem Personenkreis zuzurechnen, der im LGG Berlin inkludiert ist.

Die Ausklammerung einer Berufsgruppe bei den Gerichten in Berlin, in der die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen augenscheinlich ist, steht jedoch im Widerspruch zu den Gleichstellungsgesetzen von Bund und anderen Bundesländern.

Vor allem ist es ein Widerspruch, von den Richterinnen die Berücksichtigung des Landesgleichstellungsgesetzes bei der Urteilsfindung zu beachten, ihnen aber selbst aus dem LGG resultierende Rechtsansprüche zu verwehren.

Deshalb bittet Sie der Vorstand der Überparteilichen Fraueninitiative um Unterstützung für eine Initiative zur baldigen Gesetzesergänzung, um auch Rechtssicherheit für die Richterinnen zu schaffen.

Die in den letzten neun Jahren praktizierte Praxis der richterlichen Interessenvertretung im Sinne des LGG Berlin auf der Basis des gegenseitigen Einvernehmens kann unter den sich stets verändernden politischen Mehrheiten keine dauerhafte Lösung sein.“

„Nachgefragt“ – Politiker*innen im Dialog

Petra Pau, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages / DIE LINKE antwortet auf Fragen der Überparteilichen Fraueninitiative  Berlin – Stadt der Frauen e.V.

Moderation. Manuela Schmidt, Vizepräsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses / DIE LINKE am 23.06.2020

Ein Video-Gespräch zu den Auswirkungen der Corona-Krise insbesondere auf Frauen, zu  aktuellen frauenpolitischen Forderungen wie

  • Berücksichtigung frauenspezifischer Belange bei der Überwindung der Krise und bei der Verteilung der Hilfspakete
  • sowie zu anderen Fragen, die Sie/Ihr im Vorfeld an uns geschickt hatten/hattet.

Danke für Ihre/eure Zuarbeiten! Nicht alle eingegangenen Fragen konnten in diesem Gespräch berücksichtigt werden. Einige, die zum Beispiel sehr spezifischen Berlin-Hintergrund hatten, haben wir direkt an das Berliner Abgeordnetenhaus weitergeleitet.

Eigentlich wollten wir diese und andere Fragen ja auf einer gemeinsamen Diskussions- veranstaltung mit Petra Pau im Juni direkt diskutieren. Corona kam dazwischen…

Aber dieses Gespräch muss ja nicht das letzte sein.

Wir sind gespannt auf weitere Meinungen, Fragen, Anregungen zu allen im Gespräch angerissenen Fragen und darüber hinaus. Auf weitere gemeinsame Vorhaben, wenn auch wohl vorerst nur digital freuen wir uns sehr.

Elke Herer/Birgit Hartigs im Auftrag des Vorstandes

Titel  „Nachgefragt“ – Politiker*innen im Dialog                      

Petra Pau, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages/DIE LINKE antwortet auf Fragen der Überparteilichen Fraueninitiative  Berlin – Stadt der Frauen e.V.

Kreuz und Inschrift über dem Humboldt Forum

Das Anbringen von Kuppelkreuz und Inschrift über dem künftigen Humboldt Forum hat den Vorstand der Überparteilichen Fraueninitiative bewogen, eine Stellungnahme an die Vorsitzenden der Ausschüsse für Kulturelle Angelegenheiten und für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung des Berliner Abgeordnetenhauses, sowie an die Staatsministerin für Kultur und Medien und den Berliner Kultursenator zu richten.

Berlin, 15.06.20An die Vorsitzende des Ausschusses für Kulturelle Angelegenheiten des Berliner Abgeordnetenhauses: Frau Sabine Bangert,
An den Vorsitzenden des Ausschusses für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung des Berliner Abgeordnetenhauses: Herrn Dr. Wolfgang Albers,
An die Staatsministerin für Kultur und Medien: Frau Prof. Monika Grütters,
An den Berliner Senator für Kultur und Europa: Herrn Dr. Klaus Lederer

Betr.: Kreuz und Inschrift über dem Humboldt Forum

Sehr geehrte Frau Bangert, sehr geehrter Herr Dr. Albers, sehr geehrte Frau Prof. Grütters, sehr geehrter Herr Dr. Lederer!

Auch wir wussten nicht, dass zusätzlich zu dem Kreuz noch der von Friedrich Wilhelm IV. zusammengestellte Bibel-Spruch am Gebäude des künftigen Humboldt Forums angebracht werden sollte. Das verschärft den schon um das Kreuz entbrannten Konflikt. Es verträgt sich nicht mit der Weltoffenheit, die ein Forum im Namen Humboldts symbolisiert und dürfte die Arbeit derer, die dieses Konzept von Weltoffenheit und Vielfalt im Humboldt Forum umsetzen wollen, erschweren. Und es entspricht auch nicht dem Religions- und Jesus-Verständnis vieler Christinnen und Christen.
Was uns als besonders problematisch erscheint ist, dass es zur Anbringung dieser Inschrift im Vorfeld keinen breiten öffentlichen Diskurs gegeben hat. Das konterkariert das ausgeprägte Bemühen um Partizipation wie wir es z.B. in unserem Engagement für das Sichtbarmachen von Frauen im Berliner Beitrag zum Humboldt Forum erlebt haben. Wir www.berlin-stadtderfrauen.de 2 haben 2018 die Einladung des Kurators Paul Spies zu einem Gespräch mit dem ganzen Kuratorischen Team sehr wertgeschätzt. Es war möglich, Vorschläge einzubringen und zu diskutieren und auf die Forderungen nach Anerkennung der Leistungen von Frauen, die viele
Besucherinnen der Ausstellung „Berlin Stadt der Frauen“, die wir damals mit einer Fragebogen-Aktion begleitet hatten, hinzuweisen. Das Humboldt Forum ermöglichte in seiner Aufbauphase ausgewählte Beteiligungsmöglichkeiten um ein Gesamtkonzept zu entwickeln, das sich den Grundsätzen von Geschlechtergerechtigkeit, Vielfalt und Anti-Rassismus/Anti-Kolonialismus verpflichtet sieht. Keine leichte Aufgabe, die nun gleichsam symbolisch nicht nur unter dem Kreuz, sondern auch unter dieser Inschrift steht. Wir wissen, dass sich auch Politikerinnen und Politiker, z.B. der Berliner Kultursenator, gegen Kuppelkreuz und Inschrift gewandt haben; umso mehr appellieren wir an „die Politik“ insgesamt, das Konzept von Weltoffenheit, Vielfalt und Partizipation des Humboldt Forum demonstrativ zu unterstützen. Es ist zu vermuten, dass angesichts der Finanzierungsstruktur des Humboldt Forums die Inschrift schwerlich wieder entfernt werden kann. Vielleicht gibt es aber außer der geplanten „erklärenden“, kontextualisierenden Ausstellung noch kreative Möglichkeiten der „Einhegung“ dieser Inschrift, etwa im Wechsel auf Vorschlag der Berlinerinnen auch einmal andere, dem angestrebten Geist des Humboldt Forums dann entsprechende, Inschriften/Statements am Gebäude anzubringen; da gibt es gute Beispiele von temporären Leuchtschriften.
Was jetzt aber noch dringlicher gebraucht wird, ist ein offensives, auf die Weiterentwicklung des Humboldt Forums bezogenes Beteiligungskonzept für die Zivilgesellschaft! Es war in der Aufbauphase wohl nicht anders möglich, Partizipation so zu gestalten, dass Kuratoren und Mitarbeiter*innen auf Persönlichkeiten, auf Institutionen/Projekte/Initiativen zugingen oder die sich selber einbrachten. Jetzt aber sollte die Zivilgesellschaft durch ein umfassendes, transparentes Konzept eingeladen werden, Vorschlage für die Weiterentwicklung des Humboldt Forums, für den Umgang mit gesammelten Erfahrungen und Daten und für die Rückkoppelung in die Stadtkultur zu machen.
Kulturelle Stadtentwicklung geht uns alle an!

Mit freundlichen Grüßen
für den Vorstand der Überparteilichen Fraueninitiative Berlin
Carola von Braun, Uta Denzin von Broich-Oppert, Christel Wietusch

Antworten:

Wir haben Antworten vom Berliner Kultursenator und von dem zuständigen Referatsleiter im Auftrag der Staatsministerin für Kultur und Medien erhalten. In beiden Schreiben wird auf den Bundestagsbeschluss hingewiesen. In beiden Schreiben wird Verständnis für die Kritik an der Errichtung des Kuppelkreuzes geäußert:

Der Berliner Kultursenator weist auf die Einladung zum öffentlichen Diskurs dazu auf der Website des Humboldt Forum hin; dort findet sich unter den Statements auch eines von ihm selbst, indem er Kuppelkreuz und Inschrift, die ja gewissermaßen eine „Überschrift“ des Humboldt Forums darstellen, als falsches Signal empfindet. Der Kultursenator hält über den Diskurs hinaus auch andere Formen, z.B. der künstlerischen Intervention, für denkbar und auch wünschenswert.

Die Kulturstaatsministerin hat sich in der Reihe der Statements positiv zum Kuppelkreuz äußert. Im von ihr beauftragten Antwortschreiben wird jedoch auf die Notwenigkeit der kritischen Kommentierung von Kreuz und Schriftband hingewiesen, die von der Stiftung Humboldt Forum auch vorgesehen sei: „Informationen zur möglichen Einordnung von Kreuz und Schriftband in ihren historischen Kontext werden an geeigneter Stelle im Gebäude für die künftigen Besucher angebracht.“

In beiden Schreiben wird die Wichtigkeit der Einbindung der Zivilgesellschaft bekräftigt.

In dem Schreiben aus dem Hause der Staatsministerin für Kultur und Medien wird die Notwendigkeit betont, Programm und Auftrag des Humboldt Forum insgesamt in der Öffentlichkeit breit zu vermitteln; unser Schreiben mit den Vorschlägen zur Beteiligung der Zivilgesellschaft wurde daher an den Generalintendanten und Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Humboldt Forum, Prof. Dr. Hartmut Dorgerloh, weiter geleitet.

Neujahrsempfang 2020

Der Neujahrsempfang 2020 am 13. Februar war wie immer ein Fest des politischen Diskurses und des Netzwerkens. Eine Reihe junger Frauen nahm zum ersten Mal teil, für andere war es  – wie eine Teilnehmerin es ausdrückte – ein „Klassentreffen“ langjähriger Weggefährtinnen im Kampf für Geschlechtergerechtigkeit.

Rechtzeitig zum Neujahrsempfang wurde eine aktualisierte Fassung der Broschüre „25 Jahre Überparteiliche Fraueninitiative Berlin“ in der Reihe „Ereignisse“ des Abgeordnetenhauses fertig. Nicht nur dafür ist dem Abgeordnetenhaus zu danken; zu danken ist dem Präsidium, dass wir wieder im Festsaal feiern durften und zu danken ist dem Präsidenten Ralf Wieland für seine so anerkennenden Worte an diesem Abend.

Ein besonderer Höhepunkt war das Statement von Prof. Dr. Rita Süssmuth, die nebenbei den profunden, aber doch eher Theorie-orientierten Vortrag unserer diesjährigen Festrednerin, Prof. Dr. Sabine Hark  gleichsam auf politische Füße stellte. Unter großem Beifall machte sie uns Mut, etwa beim Parité-Gesetz nicht locker zu lassen, auch wenn die Hindernisse noch so groß erscheinen.

Für die musikalische Begleitung hatten wir zum 2. Mal die drei Sängerinnen des Projekts 3 WOMEN eingeladen, die wieder begeisterten.

Musikgruppe 3 Women

Wir sind froh, dass wir – nur wenige Wochen, bevor die Corona-Krise auch unser Land erreichte – diesen Abend der Begegnungen und des frauenpolitischen Austauschs feiern konnten.

Grusswort des Präsidenten des Abgeordnetenhauses Ralf Wieland

https://www.berlin-stadtderfrauen.de/wp-content/uploads/2020/03/Grußwort-Präsident-des-AGH-Ralf-Wieland.docx

Begrüssungsrede Carola von Braun

Sprecherin der Überparteilichen Fraueninitiative Berlin e.V.

https://www.berlin-stadtderfrauen.de/wp-content/uploads/2020/03/Carola-von-Braun-Begrüssungsrede.doc

Gastrednerin Prof. Dr. Sabine Hark

Gastrednerin
Leiterin – ZIFG (TU Berlin)

https://www.berlin-stadtderfrauen.de/wp-content/uploads/2020/03/Prof.-Dr.-Sabine-Hark.doc

Positionspapier

Vor dem Hintergrund eines von der Überparteilichen Fraueninitiative Berlin – Stadt der Frauen e.V. 2018 initiierten Fachdialogs zum Thema „Kommunales Wahlrecht: Migrantinnen eine Stimme geben!“ entstand das Positionspapier zur politischen Teilhabe von Migrant*innen, das von DaMigra e.V. in Kooperation mit der Überparteiliche Fraueninitiative Berlin – Stadt der Frauen e.V., dem Landesbeirat für Integrations- und Migra­tionsfragen, Arbeitsgruppe Frauen und Familie (Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales) sowie dem Migrationsrat Berlin-Brandenburg e.V. fe­der­füh­­­­rend erarbeitet wurde und eine breite gesellschaftliche Ak­­zeptanz und Unterstützung erfahren hat.

Wir haben dieses Positionspapier an die Fraktionsvorstände ins Berliner Abgeordnetenhaus übergeben und am 9.3.2020 war die erste Anhörung im Ausschuss für Bürgerschaftliches Engagement und Partizipation. Die Frauen, die 1 1/4 Jahr am Positionspapier mit gearbeitet haben, konnten ihre Positionen entsprechend darstellen. Dieses Gespräch fand in einer guten Atmosphäre und natürlich mit unterschiedlichen Ansichten der Abgeordneten zum Kommunalen Wahlrecht von Drittstaatsangehörigen statt. Es wird ein Wortlautprotokoll erstellt, danach werden weitere Aktivitäten in der Arbeitsgruppe besprochen und hoffentlich auch im Parlament stattfinden.

Paritätsgesetz in Berlin noch für diese Legislaturperiode geplant

Seit mehreren Monaten versuchen die Regierungsfraktionen im Berliner Abgeordnetenhaus, sich auf ein Paritätsgesetz zu einigen. Der einzige Gesetzentwurf zu dem Vorhaben stammt aus der Feder der Linken. Der Fraktionsvorsitzende der Berliner SPD, Raed Saleh, erklärte nun, noch in dieser Legislaturperiode und in dieser Regierungskonstellation ein Paritätsgesetz verabschieden zu wollen.

Die Überparteiliche Fraueninitiative Berlin hat dazu auch eine Stellungnahme abgegeben und bei der Veranstaltung am 25. Oktober „ Frauen Macht Berlin: Wege zu gleichberechtigter politischer Teilhabe in und für Berlin“ der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) hat unsere Sprecherin, Carola von Braun, einen  Beitrag dazu gehalten.

Den vollständigen Artikel erreicht  Ihr im Internet unter der URL
http://www.zwd.info/paritaetsgesetz-in-berlin-noch-fuer-diese-legislaturperiode-angedacht.html

Gleichzeitig gibt es einen Bericht in den Zeitpunkten (vom Sonntag, 27. 10.19)

https://rbbmediapmdp-a.akamaihd.net/content/e8/ab/e8abfc9d-0ca4-4b2a-afbd-05bcd3d19db5/0156db62-91df-4b35-ac59-6c7390a98329_ab59aab7-961f-433e-879a-b2827f28fd4e.mp3

Gleichstellungsfördernde Bildungspolitik in Berlin

Die Überparteiliche Fraueninitiative Berlin e.V. setzt sich seit dem Lernhausprojekt (2005 bis 2009: Transkulturelles und interreligiöses Lernhaus der Frauen) für eine Gleichstellungsfördernde Bildungspolitik ein.Schwerpunkt der letzten Jahre war die Forderung nach Feststellung, Dokumentation und Anerkennung nicht formal und informell erworbener Kompetenzen, von der insbesondere Frauen – und da vor allem Migrantinnen – mit ihren unterbrochenen Erwerbs-Biografien profitieren würden.

Als das im Koalitionsvertrag von 2016 vereinbarte Vorhaben, ein Berliner Weiterbildungs-/Erwachsenenbildungsgesetz in dieser Legislaturperiode zu verabschieden, in Angriff genommen wurde, haben wir unsere Vorstellungen und Forderungen in einem Positionspapier zusammengefasst. („Vorschläge für ein die Gleichstellung unterstützendes Berliner Weiterbildungs-/Erwachsenenbildungsgesetz“). Daraufhin wurden wir von der Senatsbildungsverwaltung im Zuge der „Trägerbefassung“ zu einer Stellungnahme zum vorliegenden Referentenentwurf des Gesetzes aufgefordert. Hier lesen Sie unsere Stellungnahme:

Das Thema Erwachsenenbildung wird uns auch nach der Verabschiedung des Gesetzes – die für den 01.04.2020 vorgesehen ist – lange beschäftigen, bietet doch das Gesetz durch einen darin vorgesehenen, breitaufgestellten Beirat grundsätzlich Möglichkeiten, Bildungs-Projekte und Schwerpunkte vorzuschlagen, die die Gleichstellung fördern.

Broschüre „25 Jahre Überparteiliche Fraueninitiative Berlin“

Anlässlich unseres Kongresses

Migration:  Was Macht Leistung?“ am 1. Dezember 2017

wurde uns vom Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin,

Ralf Wieland, die Broschüre über die Geschichte „25 Jahre ÜPFI“

übergeben.

Im Rahmen der Veröffentlichungen des Abgeordnetenhauses wurde hier zum ersten Mal eine Broschüre für „ein Netzwerk zwischen Zivilgesellschaft und Parlament“ verfasst und veröffentlicht.

Für unseren Verein ist dies eine würdige Ehrung zum 25. Jahrestag.

Broschüre 25 Jahre ÜPFI

Tag gegen Gewalt an Frauen

Die Überparteiliche Fraueninitiative Berlin-Stadt der Frauen e.V. wurde von der Vizepräsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses, Frau Dr. Manuela Schmidt, eingeladen, zusammen mit den Gleichstellungspolitischen Sprecherinnen der Fraktionen des AGH eine digitale Botschaft zum Tag gegen Gewalt an Frauen 2020 vorzubereiten und durchzuführen. Am 19.11.20 gab es flankierend zu dieser virtuellen Veranstaltung einen Entschließungsantrag aller Fraktionen mit Ausnahme der AfD. Die virtuelle Botschaft wurde am 25.11.2020 über die Netzwerke des Abgeordnetenhauses verbreitet und so angekündigt: „Jeden Tag erfahren Frauen und Mädchen häusliche oder sexuelle Gewalt. Anlässlich des Internationalen Tags zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November teilen die Überparteiliche Fraueninitiative Berlin (ÜPFI) und Vertreter/-innen des AGH​ ihre Botschaft mit uns“. Das Video „Neun Botschaften zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“ ist auf YouTube aufzurufen unter:

https://www.youtube.com/watch?v=dLfCLG_Om-8

Entschließungsantrag: https://www.parlament-berlin.de/ados/18/IIIPlen//vorgang/d18-3154.pdf

Mitfrau Ingrid Stahmer verstorben

“Wir sind tief betroffen über den Tod von Ingrid Stahmer, die am 30. August im Alter von 77 Jahren verstorben ist. Als mutige Streiterin für Frauenrechte gehörte sie 1992 zu den Mitbegründerinnen unserer Initiative und hat über Jahrzehnte unsere Arbeit engagiert begleitet und unterstützt. Sie hat Überparteilichkeit gelebt und immer wieder versucht, unterschiedliche Interessen zusammenzuführen, um Erfolg bei der Gleichstellung der Geschlechter zu erreichen. Viele Mitfrauen der Überparteilichen haben sie persönlich und in Arbeitszusammenhängen als Mensch und als Politikerin schätzen gelernt.

Wir konnten am 13. Februar 2020 noch mit ihr zusammen im Abgeordnetenhaus den Neujahrsempfang, unser Fest des politischen Diskurses und Netzwerkens, feiern und haben sie engagiert und lebhaft wie immer erlebt. Umso mehr bestürzt uns ihr plötzlicher Tod. Sie fehlt, aber sie bleibt unvergessen: Wir werden sie als großartige Sozialpolitikerin und Kämpferin für Gleichstellung in Erinnerung behalten.”

Ingrid Stahmer und Carola von Braun