Veranstaltung: „Brustkrebs und Public Health: Brustkrebsaufklärung und Prävention als politische Herausforderungen“

Ca.. 50 Frauen – Ärztinnen, Brustkrebsbetroffene, Politikerinnen, interessierte Öffentlichkeit – informierten sich und diskutierten anlässlich des Brustkrebsmonats zum Thema „Brustkrebsaufklärung und -prävention als politische Herausforderungen“. Nachdem Frau Dr. Drohsel, die das Grußwort von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt übermittelte, zunächst die vielfältigen Initiativen des Gesundheitsministeriums, wie z.B. den Nationalen Aktionsplan Prävention vorgestellt hatte, zeigten die sich anschließenden Fachreferate schnell, dass Brustkrebsinformation und -prävention in Deutschland immer noch völlig unzureichend sind. So machte Frau Prof. Dören vom Universitätsklinikum Charité, Campus Benjamin Franklin deutlich, dass effektive (Brust)krebsaufklärjung und -Prävention schon bei der Kindererziehung ansetzen müssen. Außerdem hob sie hervor, dass es nur bedingt möglich ist, aus Forschungsergebnissen der USA Rückschlüsse auf die deutsche Bevölkerung zu ziehen und dass Deutschland deshalb dringend ein eigenes Frauengesundheitsforschungsprogramm braucht.

Dass sich auch private Konzerne in erheblichem Maße aktiv für öffentliche Gesundheitsthemen engagieren können, zeigte Liane Alban, Public Relations Direktorin des Estée Lauder Konzerns auf. Durch das private Engagement von Evelyn Lauder wurden in den USA in Zusammenarbeit mit Politikerinnen z. B: $70 Mio aus dem Verteidigungsetat für die Brustkrebsforschung bereit gestellt. Außerdem hat der Lauder-Konzern in den USA ein eigenes Brustkrebstherapie und -informationszentrum geschaffen, den Brustkrebsmonat Oktober ins Leben gerufen und unterstützt u. a. hier in Deutschland den Verein Deutsche Brustkrebshilfe.

Die abschließende Podiumsdiskussion mit Sozialsenatorin Knake-Werner, den gesundheitspolitischen SprecherInnen der Fraktionen im Bundestag, Vertreterinnen von Betroffeneninitiativen und des Berliner Netzwerks Frauengesundheit machte trotz aller Unterschiede in der Herangehensweise deutlich, dass im derzeit erarbeiteten Präventionsgesetz dringend Rahmenbedingungen für gesundheitliche Aufklärung festgelegt werden müssen, um eine flächendeckende bundesweite gleichbleibende Qualität in der Risikoaufklärung zu erreichen. Die Risiken an Brustkrebs zu erkranken müssen aber auch im Aufklärungsgespräch von ÄrztInnen und Patientin klarer benannt werden.

Im Ergebnis der Veranstaltung schlagen wir ein Gesundheitsinformationsgesetz mit den folgenden drei Schwerpunkten vor:

1. Finanzierung von Frauengesundheitsforschungsprogrammen
2. Integration des Bildungsziels geschlechtersensible Gesundheitsaufklärung in den Schulen
3. Nutzung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Anlehnung an das amerikanische National Institute of Health.

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